Plexr — Hautstraffung mit Plasmaenergie
Ein nicht-chirurgisches Verfahren, das erschlaffte Haut punktuell mit Plasmaenergie behandelt — ohne Schnitt, ohne Naht und ohne Entfernung von Hautgewebe.

Was ist Plexr und wie wirkt es?
Plexr ist ein Gerät der sogenannten Weichchirurgie, das mit Plasmaenergie arbeitet. Die Spitze des Handstücks berührt die Haut nicht. In dem winzigen Abstand dazwischen wird der Stickstoff der Umgebungsluft ionisiert — es entsteht ein kleiner Lichtbogen, ein Plasmafunke.
Dieser Funke gibt seine Energie an die oberste Hautschicht ab. Die Feuchtigkeit im Gewebe verdampft schlagartig, die Haut zieht sich an genau dieser Stelle zusammen. Der Fachbegriff dafür lautet Sublimation: Gewebe geht direkt vom festen in den gasförmigen Zustand über, ohne dass Hitze in die Tiefe geleitet wird.
Sichtbar bleibt ein feines Punktmuster aus braunen Pünktchen. Zwischen den Punkten liegt unbehandelte Haut — und genau das ist das Prinzip: Die intakten Areale versorgen die behandelten Stellen und beschleunigen die Regeneration. Der eigentliche Straffungseffekt entsteht dabei in zwei Schritten. Sofort wirkt die mechanische Verkürzung der Gewebeoberfläche, über die folgenden Wochen kommt die Neubildung von Kollagen in der darunterliegenden Lederhaut hinzu.
Plexr trägt eine CE-Kennzeichnung und ist FDA-gelistet. Das Gerät wird nicht nur an den Augenlidern eingesetzt, sondern auch zur Behandlung von Narben, kleinen Hautanhängseln, Muttermalen und feinen Fältchen, die auf andere Verfahren kaum ansprechen.

In welchen Fällen wird Plexr bevorzugt?
Erschlafftes Oberlid. Der häufigste Anwendungsbereich. Wenn die Lidhaut leicht über die Lidfalte hängt, kann Plexr die Haut punktuell straffen. Es ist eine Alternative für Menschen, die eine chirurgische Blepharoplastik nicht wünschen oder für einen Eingriff nicht in Frage kommen. Ein operatives Ergebnis lässt sich damit allerdings nicht ersetzen.
Feine Linien am Unterlid. Die dünne Haut unterhalb des Auges reagiert auf die Kollagenneubildung; die Textur kann dadurch gleichmäßiger wirken.
Fältchen um den Mund. Die feinen vertikalen Linien der Oberlippe sprechen auf Filler oft nur begrenzt an und werden deshalb häufig mit Plexr angegangen.
Narben und Hautunebenheiten. Aknenarben und erhabene Hautstellen lassen sich punktgenau bearbeiten, ohne das umliegende Gewebe zu belasten.
Kleine Hautanhängsel und Muttermale. Diese werden ausschließlich nach vorheriger ärztlicher Beurteilung behandelt. Jede pigmentierte Veränderung muss zuvor untersucht werden.
Wie läuft die Behandlung ab?
Beratung und Beurteilung. Zunächst wird geklärt, ob Plexr im konkreten Fall das passende Verfahren ist. Hauttyp, Ausmaß der Erschlaffung, Vorerkrankungen, eingenommene Medikamente und die Neigung zu Pigmentveränderungen fließen in diese Entscheidung ein.
Betäubungscreme. Auf das Behandlungsareal wird eine örtlich betäubende Creme aufgetragen, die etwa 20 bis 30 Minuten einwirkt. Erst danach beginnt die eigentliche Anwendung.
Anwendung. Die Punkte werden in einem definierten Muster gesetzt. Je nach Größe des Areals dauert dieser Teil wenige Minuten; die Gesamtdauer inklusive Einwirkzeit der Creme liegt bei etwa 20 bis 60 Minuten. Die meisten Behandelten beschreiben ein kurzes Wärmegefühl.
Direkt danach. Das Areal ist gerötet und schwillt an — an den Augenlidern ist die Schwellung in den ersten zwei bis drei Tagen am deutlichsten. Auf jedem Punkt bildet sich ein kleines dunkles Krüstchen.
Abheilung. Die Krüstchen dürfen nicht abgekratzt werden; sie lösen sich in der Regel innerhalb von etwa sieben Tagen von selbst. Bis dahin bleibt der Bereich sauber und trocken. Die darunter frisch erscheinende Haut ist rosa und lichtempfindlich.
Sonnenschutz. Für mindestens 30 Tage nach der Behandlung ist konsequenter Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor erforderlich. Wird dieser Punkt vernachlässigt, steigt das Risiko für nachträgliche Pigmentflecken deutlich.
Abhängig vom Ausgangsbefund können mehrere Sitzungen sinnvoll sein. Der Abstand zwischen zwei Sitzungen beträgt üblicherweise sechs bis acht Wochen, damit die Haut vollständig abheilen kann.
Für wen ist Plexr nicht geeignet?
Plexr hinterlässt eine oberflächliche Wunde und ist deshalb nicht in jeder Situation und nicht für jeden Hauttyp die richtige Wahl:
- Schwangerschaft und Stillzeit
- Aktive Infektionen oder Entzündungen im Behandlungsareal, einschließlich Herpes
- Neigung zu wulstigen Narben (Keloide) oder hypertrophen Narben
- Dunklere Hauttypen mit erhöhtem Risiko für Pigmentverschiebungen
- Einnahme von Isotretinoin oder Behandlungsende weniger als sechs Monate zurückliegend
- Blutgerinnungsstörungen oder Einnahme blutverdünnender Medikamente
- Nicht eingestellter Diabetes sowie Erkrankungen, die die Wundheilung beeinträchtigen
- Frischer Sonnenbrand oder stark gebräunte Haut im Behandlungsareal
Teilen Sie vor der Behandlung mit, welche Medikamente Sie einnehmen, ob Sie zu Herpes neigen und ob in den letzten Wochen andere Verfahren im selben Bereich durchgeführt wurden. Diese Angaben bestimmen, ob und wann die Anwendung erfolgen kann.
Wann werden Ergebnisse sichtbar?
Eine erste Veränderung ist schon nach dem Abfallen der Krüstchen erkennbar, doch dieses frühe Bild ist noch nicht das endgültige. Die Haut ist zu diesem Zeitpunkt gerötet und leicht geschwollen, was das Ergebnis verfälscht.
Der aussagekräftige Zeitpunkt liegt bei etwa vier bis sechs Wochen. Bis dahin hat sich die Rötung zurückgebildet und die Kollagenneubildung in der Lederhaut ist so weit fortgeschritten, dass sich der Straffungseffekt beurteilen lässt. Über die folgenden Monate kann sich das Gewebe weiter festigen.
Wie lange das Ergebnis anhält, hängt vom Ausgangsbefund, vom Alter, von der Hautbeschaffenheit sowie von Sonnenexposition und Rauchen ab. Der natürliche Alterungsprozess der Haut setzt sich in jedem Fall fort.
Kombination mit anderen Anwendungen
Plexr behandelt die Hautoberfläche und den Hautüberschuss — nicht die Muskelbewegung und nicht den Volumenverlust. Deshalb wird es häufig als Baustein eines Gesamtplans eingesetzt und nicht als alleinige Maßnahme.
Bei mimischen Falten im Augen- und Stirnbereich wird oft eine Anti-Aging-Injektion ergänzend geplant; bei ausgeprägter Erschlaffung tieferer Schichten kann HIFU eine sinnvolle Ergänzung sein. Für die allgemeine Hautqualität und Textur wird bisweilen Dermapen herangezogen. Solche Verfahren werden jedoch nicht in derselben Sitzung und nicht im selben Areal kombiniert — der zeitliche Abstand richtet sich nach der Abheilung.