Ein Überblick über die Lasertechnologien der Zen Poliklinik: wie Licht in der Haut wirkt, welches Verfahren zu welchem Anliegen passt und worauf vor und nach einer Sitzung zu achten ist.

Ein Laser gibt Licht einer einzigen, genau festgelegten Wellenlänge ab. Anders als Tageslicht verteilt sich diese Energie nicht gleichmäßig über das Gewebe, sondern wird bevorzugt von einer bestimmten Struktur aufgenommen. Diese Zielstruktur nennt man Chromophor. Genau darauf beruht die Auswahl des Geräts: Wer weiß, welches Chromophor behandelt werden soll, weiß auch, welche Wellenlänge in Frage kommt.
In der dermatologischen Anwendung sind drei Zielstrukturen maßgeblich:
Neben der Wellenlänge entscheidet die Pulsdauer über den Effekt. Sehr kurze Impulse im Nanosekundenbereich zerlegen Pigment mechanisch, ohne die Umgebung nennenswert zu erwärmen. Längere Impulse geben Wärme ab und werden dort eingesetzt, wo eine Struktur kontrolliert verödet oder das Gewebe zur Neubildung angeregt werden soll. Dieselbe Wellenlänge kann daher je nach Impulslänge sehr unterschiedliche Ergebnisse hervorbringen.

Eine zweite Einteilung betrifft die Frage, ob die Hautoberfläche geöffnet wird. Nicht-ablative Verfahren lassen die oberste Hornschicht intakt und wirken in tieferen Schichten; die Erholungszeit ist kurz, die Wirkung baut sich über mehrere Sitzungen auf. Ablative Verfahren tragen Gewebe gezielt ab und erfordern eine längere Abheilung.
Fraktionierte Systeme stellen einen Mittelweg dar. Sie behandeln nicht die gesamte Fläche, sondern setzen viele mikroskopisch kleine Behandlungspunkte, zwischen denen unbehandelte Haut stehen bleibt. Diese unversehrten Inseln beschleunigen die Regeneration. Das Prinzip erklärt, warum fraktionierte Anwendungen bei vergleichsweise kurzer Erholungszeit eine spürbare Wirkung auf die Hautstruktur entfalten können.
Welches Gerät zum Einsatz kommt, ergibt sich aus der Beurteilung der Haut. Die folgenden Seiten beschreiben die einzelnen Verfahren im Detail:
Q-Switched-LaserUltrakurze Impulse im Nanosekundenbereich zerlegen Pigmentkörner mechanisch, ohne das umliegende Gewebe nennenswert zu erwärmen – bei Pigmentablagerungen und Tätowierungspigment.Wirkprinzip ansehen →
Flecken-BehandlungenSonnenbedingte, hormonelle oder entzündungsbedingte Verfärbungen entstehen auf unterschiedlichen Wegen. Zuerst wird die Art des Flecks bestimmt, danach das passende Verfahren geplant.Fleckenarten im Detail →
Behandlungen von KapillarenErweiterte feine Gefäße an Nase, Wangen und Beinen werden mit gefäßselektiven Wellenlängen verschlossen; der Körper baut das behandelte Gefäß anschließend selbst ab.Zur Gefäßbehandlung →
Rosacea-BehandlungAnhaltende Rötung, sichtbares Gefäßnetz und entzündliche Schübe: Auslöservermeidung, Hautpflege und ärztliche Therapie werden bei Gefäßzeichnung mit lichtbasierten Verfahren verbunden.Behandlungswege ansehen →
Aktive Akne BehandlungEin ärztlich geplantes Vorgehen gegen entzündliche Akne, das Laser- und Lichtverfahren mit medizinischer Hautpflege und, wenn nötig, der ärztlichen Therapie verbindet.Mehr erfahren →
BabyFace LaserbehandlungNicht ablative Thulium-Anwendung: Über feine Mikrokanäle in der oberen Hautschicht werden Wirkstoffseren eingeschleust, während die kontrollierte Reizung die Hauterneuerung anregt.Ablauf nachlesen →
Laser EpilationLichtenergie adressiert das Melanin im Haarschaft. Weil nur Follikel in der Wachstumsphase erreicht werden, ist eine Sitzungsfolge in festen Abständen notwendig.Zur Haarreduktion →
Goldnadel-BehandlungFraktionierte Radiofrequenz über goldbeschichtete Nadeln: Die Energie wirkt in der Tiefe auf das Kollagengeflecht, während die Hautoberfläche weitgehend geschont bleibt.Verfahren ansehen →Pigment und Farbe. Steht ein Farbunterschied im Vordergrund – ein umschriebener Fleck, eine flächige Verfärbung, ein Tätowierungsrest –, arbeitet man mit melaninaffinen Wellenlängen und sehr kurzen Impulsen. Wichtig ist hier die Vorgeschichte: Manche Pigmentveränderungen sind hormonell mitbedingt und benötigen ein zurückhaltenderes Vorgehen sowie einen konsequenten Lichtschutz.
Rötung und Gefäße. Sichtbare Äderchen und dauerhafte Rötung sprechen auf Wellenlängen an, die vom Blutfarbstoff aufgenommen werden. Die Energie führt zum Verschluss des betroffenen Gefäßes, der Körper baut es anschließend ab.
Struktur und Relief. Bei Poren, feinen Linien und ungleichmäßiger Oberfläche steht nicht die Farbe im Mittelpunkt, sondern die Kollagenstruktur. Hier kommen fraktionierte Systeme zum Einsatz, deren Wirkung sich über Wochen entwickelt.
Haarwachstum. Die Epilation nutzt ebenfalls Melanin als Zielstruktur, allerdings im Haarschaft. Weil nur Haare in der Wachstumsphase erreicht werden, ist eine Sitzungsfolge in festen Abständen notwendig.
Beurteilung und Planung. Am Anfang steht die Untersuchung der Haut. Hauttyp, aktuelle Sonnenexposition, Medikamente, frühere Anwendungen und Vorerkrankungen bestimmen, welches Gerät geeignet ist und mit welchen Parametern begonnen wird.
Testareal. Bei vielen Verfahren wird zunächst eine kleine Stelle behandelt und die Reaktion abgewartet. Das ist besonders bei dunkleren Hauttypen und bei Pigmentveränderungen sinnvoll.
Vorbereitung. Die Haut wird gereinigt, Make-up und Sonnenschutz werden entfernt. Augenschutz ist für alle Anwesenden verpflichtend. Je nach Verfahren kann eine betäubende Creme aufgetragen werden, die einwirken muss.
Sitzung. Der Handgriff wird über das Areal geführt. Die Empfindung wird häufig als kurzes Zwicken oder als Wärme beschrieben und ist von Region und Gerät abhängig. Die Dauer richtet sich nach der Größe der Fläche.
Danach. Kühlung, eine pflegende Creme und Lichtschutz gehören zum Standard. Wie lange auf Sonne, Sauna, Peelings und Sport verzichtet werden soll, wird je nach Verfahren besprochen.
Nicht jede Haut und nicht jeder Zeitpunkt eignet sich für eine Laseranwendung. Zurückhaltung oder ein Verzicht ist angezeigt bei:
Teilen Sie vor der ersten Sitzung mit, welche Medikamente Sie einnehmen, ob Sie kürzlich in der Sonne waren und welche Anwendungen an derselben Stelle bereits durchgeführt wurden. Diese Angaben bestimmen die Geräteeinstellung.
Der zeitliche Verlauf hängt vom Wirkprinzip ab. Bei gefäßbezogenen Anwendungen zeigt sich eine Veränderung oft schon nach wenigen Tagen, sobald die Reaktion der Haut abgeklungen ist. Bei Pigmenten dunkelt das Areal zunächst nach und schuppt anschließend ab; das Ergebnis lässt sich erst nach ein bis zwei Wochen beurteilen.
Verfahren, die auf den Umbau der Kollagenstruktur zielen, brauchen am längsten. Die Neubildung von Kollagen ist ein Prozess über Wochen, weshalb die Beurteilung frühestens vier bis sechs Wochen nach Abschluss einer Sitzungsfolge sinnvoll ist. Bei der Haarentfernung wiederum ist die Zahl der Sitzungen durch den Wachstumszyklus vorgegeben, nicht durch die Geräteleistung.
Allen Verfahren gemeinsam ist, dass eine einzelne Sitzung selten ausreicht und dass konsequenter Lichtschutz das Ergebnis mitbestimmt.
Laseranwendungen werden häufig in einen größeren Plan eingebettet. Nach einer Sitzung kann eine beruhigende Pflege den Erholungsverlauf unterstützen; bei der Behandlung von Pigmentveränderungen ist die begleitende häusliche Pflege ein wesentlicher Bestandteil. Verfahren, die auf die Hautstruktur zielen, lassen sich mit der Goldnadel-Behandlung abstimmen, die über Radiofrequenz auf tiefere Schichten wirkt.
Werden mehrere Anwendungen kombiniert, ist die Reihenfolge und der Abstand zwischen den Sitzungen entscheidend. Beides wird im Rahmen der Planung festgelegt.