Behandlungen von Kapillaren
Erweiterte Äderchen an Nase, Wangen und Beinen lassen sich mit gefäßselektiven Lasern gezielt angehen – ohne Schnitt, ohne Ausfallzeit und mit einer Energie, die nur das Blutgefäß erreicht.

Was sind Kapillaren und warum werden sie sichtbar?
Kapillaren sind die feinsten Blutgefäße des Körpers. Sie verlaufen dicht unter der Hautoberfläche und sind im Normalfall nicht zu erkennen. Verlieren die Gefäßwände jedoch ihre Elastizität oder weitet sich das Gefäß dauerhaft, schimmert es als rotes, blaues oder violettes Äderchen durch die Haut. In der Fachsprache heißt dieses Bild Teleangiektasie; umgangssprachlich ist von Couperose oder von „geplatzten Äderchen“ die Rede – tatsächlich geplatzt sind die Gefäße dabei nicht, sie sind lediglich erweitert.
Besonders häufig zeigen sich sichtbare Kapillaren an den Nasenflügeln, am Nasenrücken, auf den Wangen und am Kinn. An den Beinen treten sie meist als feines rot-blaues Netz auf, das als Besenreiser bezeichnet wird. Menschen mit heller, dünner Haut bemerken die Veränderung früher, weil das Gefäß dort weniger überdeckt wird.
Zu den Faktoren, die eine Erweiterung der Kapillaren begünstigen, zählen unter anderem:
- eine erbliche Veranlagung zu dünner, empfindlicher Haut
- Rosacea und andere entzündliche Hauterkrankungen
- chronische Sonnenexposition und wiederholte Sonnenbrände
- starke Temperaturwechsel, Kälte, Wind und häufige Saunagänge
- trockene und atopische Hautzustände
- langfristiger, hoher Alkoholkonsum
- längere Anwendung kortison- oder östrogenhaltiger Präparate
- hormonelle Umstellungen, etwa in der Schwangerschaft
- Spider Naevi und angeborene Gefäßmale wie der Feuermal-Typ
- mechanische Reize und Traumen im betroffenen Areal
Sichtbare Äderchen sind in den meisten Fällen ein rein kosmetisches Thema. Wenn sie jedoch plötzlich, großflächig oder gemeinsam mit Schwellungen und Schweregefühl auftreten, sollte zuerst die zugrunde liegende Ursache ärztlich abgeklärt werden.

Wie wirkt die Laserbehandlung bei Kapillaren?
Das Prinzip heißt selektive Photothermolyse. Der Laser gibt Licht in einer Wellenlänge ab, die bevorzugt vom Hämoglobin – dem roten Blutfarbstoff im Gefäß – aufgenommen wird. Die aufgenommene Lichtenergie wandelt sich in Wärme um, die Gefäßwand verschließt sich, und das Äderchen wird für den Blutfluss unbrauchbar. Der Körper baut das stillgelegte Gefäß anschließend über Wochen selbst ab; die Blutversorgung übernehmen benachbarte Gefäße.
Weil die Energie gezielt auf das Blutgefäß abgestimmt ist, bleibt die umgebende Haut weitgehend geschont. Genau darin liegt der Unterschied zu älteren Verfahren wie dem punktuellen Verödungsbrennen, bei dem sich die Wärme unkontrolliert im Gewebe verteilte und nur oberflächlich gelegene Äderchen erreichte.
In der Zen Poliklinik kommen für diesen Zweck Geräte der neuen Gerätegeneration zum Einsatz. Feine, dunkelrote bis blauviolette Gefäße dicht unter der Hautoberfläche werden in der Regel mit dem Nd:YAG-Laser behandelt, dessen längere Wellenlänge auch tiefer liegende Gefäße erreicht. Welche Wellenlänge, Impulsdauer und Energiestufe im Einzelfall sinnvoll ist, entscheidet sich nach der Untersuchung – abhängig von Gefäßdurchmesser, Tiefe, Farbe, Körperregion und Hauttyp.
In welchen Fällen wird die Behandlung bevorzugt?
Couperose im Gesicht. Feine rote Äderchen an Nasenflügeln, Wangen und Kinn gehören zu den häufigsten Anlässen. Sie sprechen meist gut an, weil sie oberflächlich liegen.
Begleitende Rötung bei Rosacea. Bei diagnostizierter Rosacea kann die Gefäßbehandlung die sichtbaren Äderchen und die dauerhafte Rötung reduzieren. Sie ersetzt nicht die dermatologische Grundbehandlung der Erkrankung; weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite zur Rosacea-Behandlung.
Besenreiser an den Beinen. Feine oberflächliche Beinvenen lassen sich mit dem Laser angehen. Bei größerem Kaliber oder Verdacht auf eine Venenschwäche ist vorab eine gefäßmedizinische Abklärung erforderlich.
Einzelne Gefäßerweiterungen. Spider Naevi und umschriebene, punktförmige Gefäßveränderungen lassen sich häufig in wenigen Sitzungen deutlich abschwächen.
Wie läuft die Anwendung ab?
Untersuchung und Planung. Zuerst werden Hauttyp, Ausdehnung und Tiefe der Gefäße, Vorerkrankungen und eingenommene Medikamente erfasst. Auf dieser Grundlage werden Geräteauswahl und Parameter festgelegt und die voraussichtliche Sitzungszahl besprochen.
Vorbereitung. Das Areal wird gereinigt; Make-up und Sonnenschutz müssen vollständig entfernt sein. Augenschutz ist für Sie und das Behandlungsteam während der gesamten Sitzung Pflicht.
Testimpuls. An einer kleinen Stelle wird die Hautreaktion geprüft, bevor das gesamte Areal bearbeitet wird.
Anwendung. Das Handstück wird entlang des Gefäßverlaufs geführt. Spürbar ist ein kurzes, punktuelles Stechen oder ein warmes Schnippen. Eine Sitzung an einem begrenzten Gesichtsareal dauert in der Regel nur wenige Minuten, größere Flächen entsprechend länger.
Direkt danach. Kühlung und eine beruhigende Pflege werden aufgetragen, anschließend Sonnenschutz. Sie können den Alltag unmittelbar fortsetzen.
Womit ist nach der Sitzung zu rechnen?
Die häufigste Reaktion ist eine Rötung des behandelten Areals, die je nach Empfindlichkeit einige Stunden bis wenige Tage anhält. Regelmäßiges Kühlen mit Kältekompressen lindert sie. Eine leichte Schwellung, ein Taubheits- oder Kribbelgefühl in den ersten Tagen sind ebenfalls möglich und klingen von selbst ab.
Behandelte Gefäße können sich vorübergehend dunkler darstellen oder als feine bräunliche Linie erscheinen, bevor sie verblassen. Seltener treten kleine Blutergüsse auf. Liegt ein Gefäß sehr dicht an der Hautoberfläche, kann es zu einer kleinen oberflächlichen Verletzung mit Krustenbildung kommen – diese darf nicht abgelöst werden, weil sonst eine Verfärbung zurückbleiben kann.
In den Tagen nach der Sitzung sollten starke Hitzequellen gemieden werden: Sauna, Dampfbad, heiße Duschen, Föhnhitze und direkte Heizungswärme. Auch auf intensiven Sport, Alkohol und reizende Pflegeprodukte wie Peelings, Retinoide oder Fruchtsäuren sollte vorübergehend verzichtet werden. Konsequenter Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor ist für mehrere Wochen wichtig.
Bitte teilen Sie vor der Sitzung mit, welche Medikamente Sie einnehmen – insbesondere Blutverdünner, Isotretinoin, lichtsensibilisierende Präparate und pflanzliche Mittel wie Johanniskraut. Nennen Sie außerdem bekannte Gefäß- oder Gerinnungsstörungen sowie kürzliche Sonnenbäder oder Selbstbräuner.
Für wen ist die Behandlung nicht geeignet?
Die gefäßselektive Laseranwendung gilt als risikoarm, ist jedoch nicht für jeden geeignet. Zurückgestellt oder ausgeschlossen wird sie unter anderem bei:
- Gerinnungsstörungen oder laufender Therapie mit Blutverdünnern
- relevanten Erkrankungen oder Funktionsstörungen der Blutgefäße im Behandlungsgebiet
- aktiver Hautinfektion, offener Wunde oder aktivem Herpes im Areal
- frisch gebräunter Haut, kürzlichem Sonnenbrand oder aufgetragenem Selbstbräuner
- Einnahme lichtsensibilisierender Medikamente, einschließlich Isotretinoin
- Neigung zu Keloiden und überschießender Narbenbildung
- Schwangerschaft und Stillzeit
- unklaren pigmentierten oder gefäßartigen Hautveränderungen, die zuerst dermatologisch beurteilt werden müssen
Ob eine Anwendung in Ihrem Fall sinnvoll ist, entscheidet sich in der ärztlichen Untersuchung, gegebenenfalls nach ergänzenden Befunden.
Wann werden Ergebnisse sichtbar?
Ein Teil der behandelten Äderchen verschwindet bereits während der Sitzung sichtbar. Der überwiegende Anteil des Ergebnisses zeigt sich jedoch erst, wenn das Gewebe die stillgelegten Gefäße abgebaut hat – dieser Prozess erstreckt sich typischerweise über zwei bis sechs Wochen. Eine Beurteilung vor Ablauf dieser Zeit ist wenig aussagekräftig.
Wie viele Sitzungen nötig sind, hängt von Ausdehnung, Tiefe und Kaliber der Gefäße ab. Einzelne, oberflächliche Äderchen im Gesicht sprechen oft schon nach einer bis drei Sitzungen deutlich an; ausgedehnte Bilder und Beinbesenreiser benötigen meist mehr. Der Abstand zwischen den Sitzungen beträgt in der Regel vier bis sechs Wochen, damit die Haut sich vollständig erholen kann.
Wichtig zu wissen: Behandelte Gefäße kehren nicht zurück, aber die Veranlagung bleibt bestehen. An anderer Stelle können sich mit der Zeit neue Äderchen bilden – vor allem bei fortbestehender Sonnenexposition, Rosacea oder starken Temperaturreizen. Auffrischungen in größeren Abständen sind daher üblich.
Kombination mit anderen Anwendungen
Sichtbare Äderchen treten häufig gemeinsam mit anderen Hautthemen auf. Bei zusätzlich vorhandenen Pigmentflecken kann eine Flecken-Behandlung in einem eigenen Termin geplant werden. Steht neben der Rötung auch die Hautqualität im Vordergrund, lässt sich die Gefäßbehandlung mit der BabyFace Laserbehandlung kombinieren.
Zur Beruhigung der Haut nach der Sitzung wird gelegentlich eine LED-Maske eingesetzt. Alle Kombinationen werden zeitlich gestaffelt und im Behandlungsplan festgelegt – nicht mehrere reizende Verfahren am selben Areal in derselben Sitzung.
Häufig gestellte Fragen
Ist die Behandlung schmerzhaft?
Die meisten Personen beschreiben ein kurzes, punktuelles Stechen, ähnlich einem warmen Gummischnippen. Eine Betäubung ist in der Regel nicht erforderlich; bei empfindlichen Arealen kann vorab eine betäubende Creme aufgetragen werden.
Wie viele Sitzungen sind nötig?
Das hängt von Anzahl, Tiefe und Durchmesser der Gefäße ab. Einzelne oberflächliche Äderchen im Gesicht sprechen oft nach ein bis drei Sitzungen an, ausgedehnte Befunde und Beinbesenreiser benötigen mehr. Die Planung erfolgt nach der Untersuchung.
Kann ich direkt danach wieder arbeiten?
Ja. Es ist keine Ausfallzeit vorgesehen. Mit einer sichtbaren Rötung im behandelten Areal sollten Sie allerdings für einige Stunden bis wenige Tage rechnen.
Kommen die Äderchen wieder?
Die behandelten Gefäße werden vom Körper abgebaut und kehren nicht zurück. Die persönliche Veranlagung bleibt jedoch bestehen, sodass an anderen Stellen neue Äderchen entstehen können – besonders ohne Sonnenschutz oder bei bestehender Rosacea.
Kann im Sommer behandelt werden?
Grundsätzlich ja, sofern die Haut nicht frisch gebräunt ist und konsequenter Sonnenschutz eingehalten wird. Nach einem Sonnenbad oder Sonnenbrand wird die Sitzung verschoben.
Eignet sich das Verfahren auch für Besenreiser an den Beinen?
Feine oberflächliche Beingefäße lassen sich behandeln. Bei größerem Kaliber, Schweregefühl oder Schwellungen sollte vorher eine venenmedizinische Abklärung erfolgen, da dann eine andere Ursache zugrunde liegen kann.