Schläfen Auffüllen
Eine Unterspritzung mit Hyaluronsäure, die den mit den Jahren eingesunkenen Schläfenbereich wieder auffüllt und den Übergang zwischen Stirn, Augenbraue und Wangenknochen gleichmäßiger erscheinen lässt.

Was ist eine Schläfenunterspritzung und wie wirkt sie?
Der Schläfenbereich liegt zwischen dem seitlichen Rand der Stirn, dem äußeren Augenwinkel und dem oberen Ansatz des Jochbeins. Unter der Haut befinden sich dort nur wenige Millimeter Fettgewebe über dem Schläfenmuskel. Genau deshalb macht sich ein Volumenverlust an dieser Stelle früh bemerkbar: Nimmt das Fettpolster ab und verändert sich der darunterliegende Knochen, sinkt die Kontur ein und die Schläfe wirkt hohl.
Bei der Schläfenunterspritzung wird ein Hyaluronsäure-Filler in diese Vertiefung eingebracht. Hyaluronsäure ist ein Zuckermolekül, das auch natürlicherweise im Bindegewebe vorkommt und Wasser bindet. Der Filler ersetzt nicht das verlorene Gewebe, sondern schafft ein Stützvolumen, das die eingesunkene Fläche wieder anhebt.
Sichtbar wird das vor allem am Umriss des Gesichts. Ist die Schläfe eingefallen, entsteht in der Silhouette eine Einbuchtung zwischen Stirn und Wangenknochen, die das Gesicht schmaler und kantiger wirken lässt. Wird das Volumen ausgeglichen, verläuft die Linie von der Stirn über die Schläfe zum Jochbogen wieder durchgehend. Auch der seitliche Augenbrauenbereich erhält dadurch etwas mehr Unterstützung von unten.

Wann wird sie in Betracht gezogen?
Altersbedingter Volumenverlust. Der häufigste Grund. Das Schläfenfett nimmt über die Jahre ab, die Vertiefung wird allmählich tiefer und fällt oft erst auf, wenn sie im Seitenprofil deutlich sichtbar ist.
Konstitutionell schmale Schläfen. Manche Gesichter haben von Natur aus wenig Volumen in diesem Bereich, unabhängig vom Alter. Auch dann kann eine Unterspritzung den Übergang harmonischer gestalten.
Volumenverlust nach starker Gewichtsabnahme. Wenn das Fettgewebe im Gesicht rasch abnimmt, treten Schläfen und Schläfenlinie deutlicher hervor. Dies wird häufig als müdes oder erschöpftes Aussehen beschrieben.
Als Teil einer Gesamtplanung. Die Schläfe wird selten isoliert betrachtet. Sie wird meist gemeinsam mit dem Wangenknochenbereich beurteilt, weil beide Zonen zusammen den oberen Gesichtsumriss bestimmen.
Wie läuft die Behandlung ab?
Beratung und Beurteilung. Zunächst wird der Gesichtsaufbau im Ruhezustand und in Bewegung betrachtet: Wie tief ist die Vertiefung, wie verläuft die Schläfenlinie, wie ist das Verhältnis zu Stirn und Jochbein. Vorbehandlungen, Medikamente, Allergien und Erkrankungen werden erfragt. In dieser Phase werden auch die Erwartungen besprochen – realistische Ziele sind Voraussetzung für ein stimmiges Ergebnis.
Vorbereitung. Die Haut wird gereinigt und desinfiziert. Auf Wunsch wird eine betäubende Creme aufgetragen, die etwa 15 bis 20 Minuten einwirkt. Viele Filler enthalten zusätzlich ein lokales Betäubungsmittel.
Injektion. Der Filler wird an zuvor markierten Punkten eingebracht – je nach Technik mit einer feinen Nadel oder mit einer stumpfen Kanüle. Der Schläfenbereich wird sehr zurückhaltend behandelt, weil hier wichtige Gefäße verlaufen; Injektionstiefe und Menge werden entsprechend genau gewählt. Die eigentliche Anwendung dauert in der Regel etwa 10 bis 20 Minuten.
Danach. Der Bereich wird gekühlt und das Ergebnis im Sitzen kontrolliert, da sich die Konturen im Liegen anders darstellen. Anschließend können Sie den Tag normal fortsetzen.
Für wen ist die Behandlung nicht geeignet?
Nicht in jedem Fall kommt eine Unterspritzung in Frage. Zurückgestellt oder abgelehnt wird sie unter anderem bei:
- Schwangerschaft und Stillzeit
- Bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Hyaluronsäure oder Bestandteilen des Präparats
- Aktiver Infektion, Entzündung oder Hauterkrankung im Behandlungsgebiet
- Nicht eingestellten Autoimmunerkrankungen oder Gerinnungsstörungen
- Einnahme blutverdünnender Medikamente – hier ist eine ärztliche Abstimmung erforderlich
- Voroperationen oder früheren Injektionen mit permanenten Materialien in diesem Bereich
Teilen Sie vor der Behandlung mit, welche Medikamente Sie einnehmen und welche Anwendungen in diesem Gesichtsbereich bereits durchgeführt wurden. Das gilt besonders für frühere Filler, deren Material Ihnen nicht bekannt ist.
Wann ist das Ergebnis sichtbar?
Ein Teil der Veränderung ist unmittelbar nach der Anwendung erkennbar, weil das eingebrachte Volumen sofort wirkt. Dieses erste Bild ist jedoch nicht das endgültige: In den ersten Tagen können leichte Schwellung, Druckempfindlichkeit oder kleine Blutergüsse an den Einstichstellen auftreten, die den Eindruck verändern.
Nach etwa zwei Wochen hat sich der Filler im Gewebe verteilt und Wasser eingelagert; erst dann lässt sich das Ergebnis zuverlässig beurteilen. Aus diesem Grund wird eine Nachkontrolle in diesem Zeitraum empfohlen, bei der bei Bedarf noch angepasst werden kann.
Die Wirkdauer ist individuell verschieden und hängt von Stoffwechsel, Präparat, eingebrachter Menge und Lebensgewohnheiten ab. Der Körper baut Hyaluronsäure allmählich ab, sodass die Kontur schrittweise – nicht plötzlich – zum Ausgangszustand zurückkehrt.
Kombination mit anderen Anwendungen
Die Schläfe ist ein Teilbereich des oberen Gesichtsdrittels und wird häufig gemeinsam mit angrenzenden Zonen geplant. Da der Filler den Umriss bestimmt, kann er mit einer Filler-Behandlung anderer Gesichtsregionen oder mit einer flüssigen Gesichtsstraffung zu einem Gesamtkonzept verbunden werden.
Auch die Kombination mit Botulinumtoxin im Stirn- und Augenbrauenbereich ist verbreitet, weil beide Anwendungen unterschiedlich ansetzen: Der Filler ersetzt Volumen, Botulinumtoxin beeinflusst die Muskelaktivität. Die Reihenfolge und die zeitlichen Abstände werden dabei ärztlich festgelegt.