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Özel Zen Poliklinik

Haartransplantation

Haartransplantation bei Frauen

Haarausfall verläuft bei Frauen meist diffus statt in klaren Geheimratsecken. Deshalb steht am Anfang nicht die Operation, sondern die Abklärung der Ursache – und erst danach die Frage, ob eine Transplantation überhaupt der richtige Weg ist.

Haartransplantation bei Frauen in der Zen Poliklinik

Was unterscheidet weiblichen Haarausfall vom männlichen?

Bei Männern folgt der erblich bedingte Haarausfall einem gut vorhersehbaren Muster: Die Geheimratsecken weichen zurück, der Wirbelbereich lichtet sich, während der Haarkranz am Hinterkopf stabil bleibt. Genau diese stabile Zone liefert das Spenderhaar.

Bei Frauen ist das Bild ein anderes. Der Verlust zeigt sich häufig als diffuse Ausdünnung über die gesamte Kopfhaut, besonders entlang des Scheitels. Die vordere Haarlinie bleibt dabei oft erhalten, während die Haardichte insgesamt abnimmt und die Kopfhaut im Gegenlicht durchscheint. Weil auch der Spenderbereich am Hinterkopf mitbetroffen sein kann, ist dessen Qualität vor jeder Planung sorgfältig zu prüfen.

Hinzu kommt die Vielfalt der möglichen Ursachen. Neben der genetischen Veranlagung spielen hormonelle Umstellungen – etwa nach einer Schwangerschaft, beim Absetzen hormoneller Verhütung oder in den Wechseljahren –, Schilddrüsenerkrankungen, Eisen- und Vitamin-D-Mangel, strenge Diäten, Stress sowie bestimmte Medikamente eine Rolle. Auch mechanische Belastung durch dauerhaft straff gebundene Frisuren kann die Haarlinie an den Schläfen zurückweichen lassen.

Haaranalyse und Planung vor einer Haartransplantation bei Frauen
Vor der Planung werden Haardichte, Haarschaftdicke und die Belastbarkeit des Spenderbereichs beurteilt.

In welchen Fällen kommt eine Haartransplantation infrage?

Zurückweichende Haarlinie an den Schläfen. Eine klar abgegrenzte, nicht fortschreitende Lichtung an Stirn und Schläfen lässt sich gut behandeln, weil das Zielgebiet umrissen ist und der Bedarf an Grafts überschaubar bleibt.

Hohe oder unregelmäßige Stirn. Wenn die Haarlinie anlagebedingt hoch verläuft, kann sie durch Verpflanzung neu gestaltet und der Übergang weicher modelliert werden.

Vernarbte Bereiche. Nach Verletzungen, Verbrennungen oder Operationen wachsen in Narbengewebe keine Haare mehr. Sofern die Durchblutung ausreicht, lassen sich solche Stellen abdecken.

Traktionsalopezie. Bei Haarverlust durch jahrelangen Zug an der Wurzel kann eine Transplantation sinnvoll sein – vorausgesetzt, die auslösende Belastung wurde vorher beendet.

Ausdünnung der Augenbrauen. Auch die Augenbrauentransplantation folgt demselben Prinzip und wird häufig gemeinsam geplant.

Wann ist sie nicht der richtige Weg?

Bei einer gleichmäßigen, über die gesamte Kopfhaut verteilten Ausdünnung ohne stabilen Spenderbereich führt eine Transplantation nicht zum gewünschten Ergebnis: Es würde Haar von einer geschwächten Zone in eine andere umverteilt. Ebenso wenig sinnvoll ist der Eingriff, solange eine behandelbare Grundursache besteht.

Zurückhaltung ist außerdem geboten bei:

  • aktiven entzündlichen oder vernarbenden Erkrankungen der Kopfhaut, solange diese nicht zur Ruhe gekommen sind
  • unbehandelter Schilddrüsenfunktionsstörung, Eisenmangel oder anderen internistischen Auslösern
  • akutem, erst wenige Monate bestehendem Haarausfall – etwa nach Geburt, Infekt oder starkem Gewichtsverlust; dieser bildet sich häufig von selbst zurück
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Gerinnungsstörungen sowie schlecht eingestellten chronischen Erkrankungen

Bringen Sie zum Beratungstermin aktuelle Blutwerte sowie eine Liste Ihrer Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel mit. Beides beeinflusst die Beurteilung erheblich.

Wie läuft die Behandlung ab?

Untersuchung und Haaranalyse. Kopfhaut und Haarwurzeln werden mikroskopisch beurteilt, die Haardichte im Spender- und Empfängerbereich gemessen und der Verlauf des Haarausfalls erfasst. Laborwerte klären mögliche innere Ursachen. Erst danach steht fest, ob und in welchem Umfang transplantiert wird.

Planung der Haarlinie. Bei Frauen wird die vorhandene Haarlinie in der Regel nicht neu angelegt, sondern verdichtet. Wichtig sind die natürliche Wuchsrichtung, unregelmäßige Übergänge statt gerader Kanten und feine Einzelhaar-Grafts in der vordersten Reihe.

Rasur oder unrasiertes Vorgehen. Viele Patientinnen möchten ihre Haarlänge behalten. Beim unrasierten Verfahren wird nur ein verdeckter Streifen im Spenderbereich gekürzt, den das übrige Haar überdeckt. Der Eingriff dauert dabei länger und die Zahl der entnehmbaren Grafts ist begrenzt.

Lokalanästhesie. Spender- und Empfängerbereich werden örtlich betäubt; auf Wunsch und nach ärztlicher Einschätzung ist eine leichte Sedierung möglich. Sie bleiben ansprechbar und können Pausen einlegen.

Entnahme der Grafts. Die follikulären Einheiten werden einzeln aus dem Hinterkopfbereich entnommen. Welche Technik zum Einsatz kommt – FUE, Soft FUE oder DHI –, richtet sich nach Haarstruktur, Zielgebiet und dem Wunsch nach möglichst geringer Rasur.

Einsetzen. Die Grafts werden in Winkel und Richtung der umliegenden Haare platziert. Beim DHI-Verfahren erfolgen Kanalöffnung und Einsetzen in einem Schritt, was das Arbeiten zwischen bestehendem Haar erleichtert.

Abschluss und Nachsorge. Der Spenderbereich wird verbunden, die Kopfhaut kontrolliert. Sie erhalten eine schriftliche Anleitung zu Waschen, Schlafposition und Medikamenten sowie Termine zur Nachkontrolle.

Wann werden Ergebnisse sichtbar?

Der Verlauf ist bei allen Techniken ähnlich und braucht Geduld. In den ersten zwei Wochen bilden sich kleine Krusten, Rötung und leichte Schwellung klingen ab. Zwischen der zweiten und achten Woche fallen die transplantierten Haare aus – der sogenannte Schockverlust. Das ist ein erwarteter Zwischenschritt: Der Haarschaft löst sich, die Wurzel bleibt.

Ab etwa dem dritten bis vierten Monat wächst feines neues Haar nach, das zunächst dünn und hell wirkt. Zwischen dem sechsten und zehnten Monat verdicken sich die Haarschäfte und die Dichte nimmt sichtbar zu. Das endgültige Bild zeigt sich meist nach zwölf bis achtzehn Monaten, in dicht gewachsenen Zonen manchmal später.

Kombination mit anderen Behandlungen

Eine Transplantation ersetzt nicht die Behandlung der Grundursache. Bestehendes, noch vorhandenes Haar bleibt weiterhin dem ursprünglichen Prozess ausgesetzt – deshalb wird die Operation oft mit stützenden Maßnahmen kombiniert. Haarmesotherapie und Wachstumsfaktor-Anwendungen zielen darauf, die Kopfhaut zu versorgen und vorhandene Follikel zu unterstützen. Bei nachgewiesenem Mangel gehören außerdem die internistische Abklärung und gegebenenfalls eine medikamentöse Therapie in den Behandlungsplan.

Häufige Fragen

Muss ich meine Haare abrasieren lassen?
Nicht zwingend. Beim unrasierten Vorgehen wird nur ein verdeckter Streifen im Spenderbereich gekürzt. Ob das möglich ist, hängt von der benötigten Graft-Zahl und der Haarstruktur ab und wird bei der Untersuchung geklärt.
Ist der Eingriff schmerzhaft?
Der Bereich wird örtlich betäubt; während der Behandlung ist kein Schmerz zu erwarten. Als unangenehm empfunden wird meist nur das Setzen der Betäubung. In den ersten Tagen danach kann ein Spannungsgefühl auftreten.
Wie lange dauert die Behandlung?
Je nach Graft-Zahl und Technik in der Regel sechs bis neun Stunden, bei unrasiertem Vorgehen auch länger. Sie wird an einem Tag mit Pausen durchgeführt.
Wann kann ich wieder unter Menschen?
Krusten und Rötung sind meist nach zehn bis vierzehn Tagen zurückgegangen. Bei unrasiertem Vorgehen lässt sich der Bereich früher mit dem eigenen Haar abdecken. Sport, Sauna und direkte Sonne werden für einige Wochen zurückgestellt.
Warum fallen die neuen Haare wieder aus?
Der Schockverlust in den ersten Wochen betrifft nur den Haarschaft, nicht die Wurzel. Das Wachstum setzt nach der Ruhephase erneut ein – das ist Teil des normalen Verlaufs.
Fällt mein eigenes Haar weiterhin aus?
Möglich, ja. Die Transplantation verändert die Ursache des bestehenden Haarausfalls nicht. Deshalb gehören die Abklärung der Auslöser und eine begleitende Behandlung zur Planung dazu.
Ist eine zweite Sitzung nötig?
Bei größeren Arealen oder gewünschter höherer Dichte kann eine zweite Sitzung eingeplant werden. Sie erfolgt frühestens, wenn das Ergebnis der ersten Behandlung beurteilbar ist – üblicherweise nach etwa einem Jahr.